Die Frage, ob eine Stuhlprobe für die Langlebigkeit sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal bejahen. Stuhlanalysen (Mikrobiom-Tests) können Hinweise auf die Zusammensetzung der Darmflora geben – etwa den Anteil von Bifidobakterien, der durch den FUT2-Genotyp (rs601338) beeinflusst wird. Ein Ungleichgewicht des Mikrobioms wird mit Entzündungen, Stoffwechselstörungen und altersbedingten Erkrankungen assoziiert. Allerdings ist die Evidenz für eine direkte kausale Wirkung auf die Lebensspanne noch schwach und beruht überwiegend auf Assoziationsstudien (Tiermodelle, kleine Humanstudien). Die individuelle Variabilität ist hoch, und die meisten kommerziellen Tests liefern keine klinisch validierten Handlungsempfehlungen. Ein gesunder Lebensstil (Ballaststoffe, Bewegung, Schlaf) hat nachweislich stärkeren Einfluss auf die Langlebigkeit als ein einzelner Mikrobiom-Befund. Vorsicht ist geboten vor übertriebenen Versprechungen der Industrie. Sinnvoll ist eine Stuhlprobe allenfalls im Rahmen wissenschaftlicher Studien oder bei spezifischen Beschwerden, nicht als Routinetool zur Lebensverlängerung.
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