Die Frage, wann ein Helicobacter-pylori-Test oder eine -Therapie bei Männern wirklich sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Evidenz keine geschlechtsspezifischen Empfehlungen stützt. Medizinisch indiziert ist eine H.-pylori-Diagnostik vor allem bei folgenden Konstellationen: anhaltende dyspeptische Beschwerden (nach Ausschluss anderer Ursachen), nachgewiesene oder vermutete Ulkuskrankheit, Magenfrühkarzinom (nach endoskopischer Resektion), langfristige Protonenpumpenhemmer-Therapie bei Refluxkrankheit sowie bei erhöhtem Magenkrebsrisiko (z. B. Familienanamnese, Migrationshintergrund aus Hochinzidenzregionen). Bei asymptomatischen Männern ohne Risikofaktoren ist ein generelles Screening nicht empfohlen, da der Nutzen einer Eradikation unklar ist und die Gefahr von Antibiotikaresistenzen sowie Nebenwirkungen besteht. Die Leitlinien (z. B. Maastricht V/Florence Consensus) betonen die Test-and-Treat-Strategie bei Dyspepsie, nicht aber ein populationsweites Screening. Ein DNA-Test auf H. pylori (z. B. über MyBody-X) ist nicht diagnostisch und kann eine ärztliche Abklärung nicht ersetzen. Für Männer gelten dieselben Kriterien wie für Frauen; ein spezifischer Nutzen allein aufgrund des Geschlechts ist nicht belegt. Evidenz: stark für klinische Indikationen, unklar für asymptomatisches Screening.
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