Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen und ein wichtiger Biomarker für die Eisenversorgung des Körpers. Ein Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit ist physiologisch plausibel: Eisenmangel (niedriges Ferritin) kann die Ovulation, die Eizellreifung und die Einnistung beeinträchtigen, während Eisenüberladung (hohes Ferritin, z. B. bei Hämochromatose) oxidativen Stress verursacht und die Eierstockfunktion stören kann. Allerdings stammt die Evidenz überwiegend aus Beobachtungsstudien und mechanistischen Modellen; es fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die einen kausalen Nutzen eines Ferritin-Screenings oder einer Eisensupplementation für die Fruchtbarkeit belegen. Die aktuellen Leitlinien empfehlen kein routinemäßiges Ferritin-Monitoring bei Kinderwunsch ohne spezifische Risikofaktoren (z. B. starke Menstruation, vegetarische Ernährung, bekannte Anämie). Ein Ferritinwert unter 30 µg/L gilt als Hinweis auf einen leeren Eisenspeicher, aber die optimale Spanne für die Fertilität ist nicht klar definiert. Vorsicht: Eine unkritische Eiseneinnahme kann bei normalen oder erhöhten Speichern schädlich sein. Zusammenfassend: Ferritin und Fruchtbarkeit sind über den Eisenstoffwechsel verbunden, aber die klinische Relevanz für die allgemeine Kinderwunschberatung ist begrenzt und evidenzarm.
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