Die Behauptung, ein Testosteron-Test (Blut oder Speichel) könne direkt Aufschluss über die eigene Langlebigkeit geben, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Testosteronspiegel schwanken tageszeitlich, altersabhängig und werden durch Lebensstil, Stress und Schlaf beeinflusst. Ein einzelner Messwert sagt wenig über die langfristige Gesundheit aus. Zwar gibt es epidemiologische Zusammenhänge zwischen niedrigem Testosteron und erhöhter Mortalität, aber Kausalität ist nicht belegt. Consumer-DNA-Tests, die angebliche ‚Testosteron-Gene‘ analysieren (z. B. SHBPolymorphismen), basieren auf schwachen GWAS-Assoziationen und sind nicht klinisch validiert. Die Evidenz ist überwiegend Marketing. Wer echte Bedenken hat, sollte einen Endokrinologen aufsuchen und sich nicht auf Heimtests verlassen. Langlebigkeit wird durch Ernährung, Bewegung, Schlaf und soziale Faktoren weit stärker beeinflusst als durch ein einzelnes Hormon oder Gen.
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