Die Forschung zum FTO-Gen (FTO, ‚fat mass and obesity associated‘) konzentriert sich meist auf Kinder und Erwachsene mittleren Alters. Bei Senioren (≥65 Jahre) ist die Studienlage dünner, aber vorhandene Daten deuten auf einen abgeschwächten Effekt hin. Während Risikovarianten (z. B. rs9939609) im jüngeren Alter mit höherem BMI und erhöhter Adipositas-Wahrscheinlichkeit assoziiert sind, scheint dieser Zusammenhang im Alter nachzulassen – möglicherweise durch altersbedingte Veränderungen des Stoffwechsels, reduzierten Energieumsatz oder Selektionsbias (gesündere Senioren überleben länger). Einige Längsschnittstudien zeigen, dass der FTO-Effekt auf den BMI mit zunehmendem Alter abnimmt. Zudem könnte die Interaktion mit körperlicher Aktivität bei Senioren eine größere Rolle spielen: Bewegung kann den genetischen Risikoeffekt teilweise kompensieren. Wichtig: FTO ist kein ‚Schicksalsgen‘ – Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung bleiben bei Senioren entscheidend. Die Evidenz basiert auf GWAS und Kohortenstudien (human-moderate). Ein direkter Gentest für Senioren hat daher nur begrenzten prädiktiven Wert und sollte nicht als alleinige Grundlage für Empfehlungen dienen.
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