Die Verbindung zwischen LCT (Laktase-Gen) und Schlaf ist indirekt und wissenschaftlich schwach belegt. LCT bestimmt die Fähigkeit, Laktose zu verdauen. Bei Personen mit Laktoseintoleranz (häufig assoziiert mit dem LCT-13910 C/T-Polymorphismus) kann der Verzehr von Milchprodukten zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen. Diese gastrointestinalen Beschwerden können den Schlaf stören, insbesondere wenn sie nachts auftreten. Es gibt jedoch keine robusten Studien, die einen direkten kausalen Effekt von LCT-Varianten auf Schlafqualität, -dauer oder -architektur belegen. Einige Beobachtungsstudien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und verbesserter Schlafqualität hin (z. B. durch Tryptophan oder Melatonin in Milch), aber dieser Effekt ist unabhängig vom LCT-Genotyp und gilt auch für laktosefreie Produkte. Die Evidenz ist daher als ‚mechanistisch‘ oder ‚unklar‘ einzustufen. Consumer-DNA-Tests, die LCT-Varianten ausweisen, sollten nicht als Schlafratgeber interpretiert werden. Wer Schlafprobleme hat, sollte primär auf etablierte Faktoren wie Schlafhygiene, Stress und Koffeinkonsum achten – nicht auf das LCT-Gen.
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