Die Frage, ob Folsäure bei Fruchtbarkeit hilft, ist wissenschaftlich differenziert zu betrachten. Folsäure (Vitamin B9) ist essenziell für die Zellteilung und DNA-Synthese, daher wird eine ausreichende Versorgung vor und während der Schwangerschaft empfohlen, um Neuralrohrdefekte beim Embryo zu verhindern. Für die Fruchtbarkeit selbst – also die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden – gibt es jedoch keine starke Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien. Einige Beobachtungsstudien deuten auf einen möglichen positiven Effekt bei Frauen mit bestimmten MTHFR-Varianten hin, die die Folsäureverwertung beeinträchtigen. Allerdings ist der Effekt klein und nicht bei allen Frauen nachweisbar. Bei Männern könnte Folsäure die Spermienqualität leicht verbessern, auch hier ist die Datenlage begrenzt. Eine Überdosierung (über 1 mg/Tag) sollte ohne ärztliche Aufsicht vermieden werden, da sie Risiken bergen kann. Insgesamt ist Folsäure wichtig für die allgemeine Gesundheit und die Prävention von Fehlbildungen, aber als alleiniges ‚Fruchtbarkeitsmittel‘ ist die Evidenz moderat und nicht ausreichend für eine generelle Empfehlung über die Standarddosierung (400 µg/Tag) hinaus.
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