Die wissenschaftliche Evidenz für DNA-basierte Ernährungstests ist insgesamt schwach bis gemischt. Während einzelne Genvarianten wie MTHFR C677T (rs1801133) die Folsäureverwertung beeinflussen können, sind die Effekte meist klein und die klinische Relevanz für die Allgemeinbevölkerung unklar. Viele kommerzielle Tests behaupten, personalisierte Ernährungsempfehlungen geben zu können, doch systematische Reviews zeigen, dass die Vorhersagekraft für komplexe Merkmale wie Blutfette oder Nährstoffbedarf begrenzt ist. Die Evidenz stammt überwiegend aus GWAS- und mechanistischen Studien, nicht aus randomisierten kontrollierten Studien, die einen Nutzen belegen. Zudem werden oft mehrere Gene gleichzeitig betrachtet, ohne dass die Wechselwirkungen oder die individuelle genetische Architektur ausreichend berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Der MTHFR-Test wird häufig mit der Empfehlung zu Methylfolat verbunden, doch die Leitlinien empfehlen dies nur bei erhöhtem Homocystein. Auch bei Zink- und Kupferwerten spielen Umweltfaktoren eine größere Rolle als die Genetik. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass DNA-Tests zur Ernährung derzeit eher als ergänzende Information dienen können, aber keine medizinische Diagnose ersetzen. Die Evidenzlage ist als 'mixed' einzustufen.
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