Die Messung von C-reaktivem Protein (CRP) als Entzündungsmarker bei Müdigkeit kann in bestimmten klinischen Kontexten sinnvoll sein, etwa wenn der Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Erkrankung (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus, chronische Infektion) besteht. Allerdings ist Müdigkeit ein sehr unspezifisches Symptom mit vielen möglichen Ursachen – von Schlafmangel über psychische Belastung bis hin zu Stoffwechselstörungen. Ein erhöhter CRP-Wert allein erklärt nicht die Müdigkeit und kann auch bei Gesunden vorübergehend ansteigen (z. B. nach Infektion oder körperlicher Anstrengung). Consumer-Tests wie von MyBody-X liefern oft nur einen einzelnen Messwert ohne klinische Einordnung, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Zudem fehlen für viele dieser Tests spezifische Referenzbereiche für Müdigkeitssyndrome. Die Evidenz für den routinemäßigen Einsatz von CRP bei unklarer Müdigkeit ist begrenzt; eine ärztliche Abklärung mit Anamnese und weiteren Laborparametern (z. B. Blutbild, TSH, Ferritin, Vitamin D) ist empfehlenswert. Ohne klinischen Kontext ist der alleinige CRP-Wert für die Müdigkeitsdiagnostik nicht ausreichend.
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