HbA1c ist ein Maß für den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 2–3 Monate. Ein erhöhter HbA1c kann auf Diabetes oder Prädiabetes hinweisen, die beide Müdigkeit verursachen können – etwa durch schwankende Energieversorgung der Zellen. Allerdings ist Fatigue multifaktoriell: Auch Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel, Schlafapnoe, Depression oder chronische Entzündungen spielen eine große Rolle. Ein normaler HbA1c schließt diese Ursachen nicht aus. Der Test ist daher als Screening sinnvoll, aber nicht spezifisch für Fatigue. Direkt-to-Consumer-Angebote überbewerten den HbA1c oft und vernachlässigen andere relevante Marker. Zudem kann der HbA1c durch Blutarmut, Nierenerkrankungen oder Hämoglobinvarianten verfälscht werden. Bei anhaltender Müdigkeit ist eine ärztliche Abklärung mit erweiterten Laborparametern (Blutbild, Ferritin, TSH, Vitamin D, B12) empfehlenswert. Der HbA1c allein reicht nicht aus, um Fatigue zu erklären oder zu behandeln.
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