Häufige Fehler bei der TSH-Bestimmung bei Männern: 1) Nur TSH messen, ohne fT3 und fT4 – ein normales TSH schließt eine Schilddrüsenfunktionsstörung nicht aus, besonders bei latenter Hypothyreose oder zentralen Störungen. 2) Tageszeit ignorieren – TSH unterliegt einer zirkadianen Rhythmik (morgens am höchsten); späte Blutabnahmen können falsch niedrige Werte liefern. 3) Referenzbereiche nicht geschlechtsspezifisch interpretieren – Männer haben tendenziell niedrigere TSH-Werte als Frauen; einheitliche Bereiche können subklinische Hypothyreosen maskieren. 4) Medikamente und Supplemente übersehen – Biotin, Glukokortikoide, Dopamin-Agonisten oder Schilddrüsenhormone verfälschen das Ergebnis. 5) Keine Antikörperbestimmung (TPO-AK, Tg-AK) bei erhöhtem TSH – Hashimoto-Thyreoiditis ist auch bei Männern häufig, wird aber oft nicht getestet. 6) Einmalige Messung als Diagnose – TSH schwankt; bei grenzwertigen Werten ist eine Kontrolle nach 2–3 Monaten sinnvoll. Evidenz: Praxisleitlinien (z. B. ATA, DEGAM). Caveat: Home-Tests können nur TSH messen, nicht die volle Schilddrüsendiagnostik ersetzen.
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