Der ‚Cardio Risk Check‘ ist ein kommerzieller Gentest, der anhand einzelner Genvarianten (z. B. in Genen wie CAT, FTO, TNF) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen abschätzen soll. Die wissenschaftliche Basis ist jedoch schwach: Die meisten dieser Varianten haben nur sehr kleine Effekte (Odds Ratios nahe 1) und erklären nur einen winzigen Bruchteil des individuellen Risikos. So ist etwa die CAT-Variante mit einer marginalen Änderung der Katalase-Aktivität assoziiert, aber nicht klinisch relevant. Auch die FTO-Variante rs9939609 hat einen minimalen Einfluss auf BMI und damit auf kardiovaskuläre Risiken. Die Evidenz stammt meist aus GWAS, nicht aus prospektiven Interventionsstudien. Zudem werden klassische Risikofaktoren wie Blutdruck, Cholesterin, Rauchen, Bewegung und Ernährung durch solche Tests nicht erfasst. Für die meisten Menschen ist der Test daher nicht empfehlenswert, da er keine handlungsrelevanten Informationen liefert und eher zur Verunsicherung führt. Ein Arztbesuch mit Messung von Blutdruck, Blutfetten und Lebensstilanalyse ist deutlich sinnvoller.
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