Die Frage nach ACTN3 und Fruchtbarkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. ACTN3 codiert für α-Actinin-3, ein Muskelprotein, das vor allem mit Sprint- und Kraftleistung assoziiert ist (R577X-Polymorphismus). Es gibt keine robusten Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen ACTN3-Varianten und weiblicher oder männlicher Fertilität zeigen. Einige spekulative Hypothesen über Muskelstoffwechsel und Energiehaushalt existieren, aber sie sind nicht klinisch bestätigt. Consumer-DNA-Tests listen ACTN3 oft im Sportkontext auf; eine Übertragung auf Fruchtbarkeit ist reines Marketing. Wer sich mit Fruchtbarkeit beschäftigt, sollte stattdessen auf evidenzbasierte Faktoren achten: Alter, Hormonstatus (AMH, FSH), Zyklusregelmäßigkeit, Spermienqualität, Schilddrüsenfunktion und Lebensstil (Ernährung, Stress, Schlaf). Genetische Tests auf Fruchtbarkeit sind nur in spezifischen Fällen sinnvoll (z. B. zystische Fibrose, Fragiles X). ACTN3 gehört nicht dazu. Die Evidenz ist klar: kein belegter Effekt auf Fruchtbarkeit.
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