Mythos: Ein positiver Zöliakie-Gentest (HLA-DQ2/DQ8) oder ein IgG-Test auf Glutenempfindlichkeit beweist, dass Schlafstörungen durch Zöliakie verursacht werden. Fakt: Zöliakie kann über Entzündungen, Nährstoffmängel (Eisen, Vitamin D) oder assoziierte Erkrankungen (Restless-Legs-Syndrom) den Schlaf beeinträchtigen. Allerdings ist ein Gentest allein nicht diagnostisch – er zeigt nur eine Veranlagung an. Eine gesicherte Diagnose erfordert positive Serologie (tTG-IgA) und Dünndarmbiopsie. Viele Menschen mit Schlafproblemen haben keine Zöliakie, und umgekehrt haben viele Zöliakie-Betroffene keine Schlafstörungen. Consumer-DNA-Tests für Zöliakie sind als Screening ungeeignet und können zu Fehlinterpretationen führen. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, die auch andere Ursachen wie Stress, Schilddrüsenfunktion oder Schlafapnoe berücksichtigt. Die Evidenz für einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Zöliakie und Schlaf ist moderat und basiert auf Beobachtungsstudien, nicht auf randomisierten kontrollierten Studien.
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