Ein Vitamin-D-Labor (25-Hydroxyvitamin D im Serum) ist dann sinnvoll, wenn ein konkretes Risiko für einen Mangel besteht oder Symptome einer Unterversorgung vorliegen. Zu den Risikogruppen zählen Menschen mit geringer Sonnenexposition (z. B. Pflegeheimbewohner, Personen mit Ganzkörperbedeckung), dunkler Hauttyp, ältere Erwachsene (>65 Jahre), Schwangere und Stillende, Adipositas (BMI >30) sowie chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Malabsorption (Zöliakie, Morbus Crohn) oder Osteoporose. Auch bei Einnahme bestimmter Medikamente (Antiepileptika, Glukokortikoide) ist eine Kontrolle angeraten. Ein Screening der Allgemeinbevölkerung wird dagegen von den meisten Fachgesellschaften (z. B. DGE, Endocrine Society) nicht empfohlen, da der Nutzen unklar ist und unnötige Kosten verursacht werden. Die Bestimmung ist zudem sinnvoll, um eine hochdosierte Supplementierung zu überwachen und eine Toxizität (Hyperkalzämie) zu vermeiden. Wichtig: Ein einzelner Messwert ist nur ein Momentaufnahme; saisonale Schwankungen (Sommer/Winter) sind zu berücksichtigen. Die Evidenz für den Nutzen von Routinetests ist moderat – bei Risikopatienten jedoch klar indiziert.
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