In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was sich auf das Lipidprofil auswirken kann. HDL („gutes“ Cholesterin) verändert sich oft: Es kann leicht abfallen oder seine Zusammensetzung und Funktion beeinträchtigt werden. Wichtig zu wissen: HDL als alleiniger Marker ist kein starkes Therapieziel. Die Evidenz zeigt, dass ein gesunder Lebensstil (regelmäßige Bewegung, mediterrane Ernährung, Nichtrauchen) den HDL-Spiegel positiv beeinflussen kann – aber die Effekte sind moderat. Genetische Tests, die angebliche HDL-Varianten identifizieren, haben derzeit keine klinische Relevanz, da die polygene Architektur und Umweltfaktoren dominieren. Manche Direktvermarkter behaupten, aus Genvarianten (z. B. im CETP- oder LIPC-Gen) personalisierte Empfehlungen ableiten zu können. Die wissenschaftliche Basis dafür ist jedoch schwach; randomisierte Studien fehlen. Stattdessen sollte der Fokus auf dem gesamten kardiovaskulären Risikoprofil liegen: LDL, Triglyceride, Blutdruck, Nüchternblutzucker und Lebensstil. Ein HDL-Wert unter 40 mg/dl (Männer) bzw. 50 mg/dl (Frauen) gilt als Risikofaktor, aber eine medikamentöse Anhebung des HDL hat in Studien keinen Nutzen gezeigt. Daher: Keine voreiligen Schlüsse aus DNA-Tests ziehen, sondern ärztliche Betreuung und bewährte Maßnahmen priorisieren.
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