BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das vor allem für die Neuroplastizität und das Überleben von Neuronen wichtig ist. Ein Zusammenhang mit Langlebigkeit wird über mehrere Mechanismen vermutet: BDNF fördert die kognitive Reserve, schützt vor neurodegenerativen Erkrankungen und könnte über die Regulation von Stressreaktionen und Entzündungen wirken. Tierversuche zeigen, dass erhöhte BDNF-Spiegel mit verlängerter Lebensspanne einhergehen können. Beim Menschen ist die Evidenz jedoch überwiegend assoziativ: Höhere BDNF-Werte korrelieren mit besserer kognitiver Funktion im Alter und geringerem Demenzrisiko. Direkte Belege für eine Verlängerung der Lebensspanne durch BDNF fehlen. Genetische Varianten wie rs6265 (Val66Met) beeinflussen die BDNF-Sekretion, haben aber nur kleine Effekte auf die Gesundheitsspanne. Die klinische Relevanz für die individuelle Langlebigkeit ist daher begrenzt. Ein DNA-Test auf BDNF-Varianten liefert keine verlässliche Vorhersage der Lebenserwartung. Stattdessen sind Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung und Stressmanagement nachweislich wirksamer, um die BDNF-Produktion zu steigern und potenziell die Gesundheitsspanne zu verbessern.
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