Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen und ein wichtiger Laborparameter zur Beurteilung der Eisenreserven. Bei Müdigkeit kann ein niedriger Ferritinwert auf einen Eisenmangel hinweisen, der eine häufige Ursache für Erschöpfung ist – insbesondere bei Frauen mit starken Menstruationsblutungen, Vegetariern oder Menschen mit chronischen Blutverlusten. Allerdings ist Ferritin auch ein Akute-Phase-Protein: Bei Entzündungen, Infektionen oder Lebererkrankungen kann es erhöht sein, selbst wenn die Eisenreserven niedrig sind. Daher sollte Ferritin immer zusammen mit CRP, Transferrinsättigung und ggf. Hämoglobin interpretiert werden. Ein alleiniger Ferritin-Test ohne klinischen Kontext ist nicht ausreichend, um einen Eisenmangel zu diagnostizieren. Zudem kann Müdigkeit viele andere Ursachen haben (Schilddrüse, Vitamin-D-Mangel, Schlafstörungen, psychische Faktoren). Ein Ferritin-Test ist sinnvoll, wenn ein Eisenmangel klinisch plausibel ist, aber nicht als generelles Screening bei unklarer Müdigkeit. Die Evidenz für den Nutzen eines solchen Tests in der Selbstmedikation ist begrenzt; ärztliche Abklärung ist zu empfehlen.
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