Die Beziehung zwischen Homocystein und Allergien ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Erhöhte Homocysteinspiegel werden mit oxidativem Stress und endothelialer Dysfunktion in Verbindung gebracht, was entzündliche Prozesse fördern kann – auch bei allergischen Erkrankungen wie Asthma oder atopischer Dermatitis. Einige Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Homocystein und einer verstärkten Th2-Immunantwort hin, die für Allergien typisch ist. Allerdings handelt es sich meist um Beobachtungsstudien, die keine Kausalität belegen. Zudem sind Homocysteinwerte von Folsäure, Vitamin B12 und B6 abhängig, sodass ein Mangel dieser Vitamine sowohl Homocystein als auch das Immunsystem beeinflussen kann. Ein routinemäßiger Homocystein-Test zur Allergiediagnostik wird derzeit nicht empfohlen. Bei auffälligen Werten sollte zunächst die Vitaminversorgung überprüft werden. Die Evidenz ist als moderat einzustufen, da es keine großen randomisierten Studien gibt.
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