Ein STI-Test bei Fatigue ist nicht pauschal evidenzbasiert, sondern nur bei entsprechendem Risikoprofil oder klinischem Verdacht sinnvoll. Chronische Infektionen wie HIV, Syphilis oder Hepatitis B/C können Müdigkeit verursachen, aber sie sind seltene Ursachen. Die Leitlinien empfehlen kein generelles STI-Screening bei Fatigue ohne weitere Symptome oder Risikofaktoren (z. B. ungeschützter Geschlechtsverkehr, multiple Partner, Drogenkonsum). Direkt-to-Consumer-Tests auf STIs haben oft eine hohe Sensitivität, aber die Interpretation erfordert ärztliche Begleitung – falsch-positive Ergebnisse sind möglich. Zudem decken viele Heimtests nur HIV, Chlamydien und Gonorrhö ab, nicht aber Syphilis oder Hepatitis. Bei anhaltender Müdigkeit sollte zuerst eine Basisdiagnostik (Blutbild, Entzündungswerte, Schilddrüse, Eisen, Vitamin D) erfolgen. Ein STI-Test ist nur dann sinnvoll, wenn die Anamnese darauf hindeutet. Die Evidenz ist praxisbasiert, nicht durch große RCTs gestützt. Caveat: Ein negatives Ergebnis schließt eine STI nicht sicher aus (Fensterphase).
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