SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) reguliert die Bioverfügbarkeit von Testosteron und Östradiol. Ein niedriger SHBG-Spiegel ist mit Schlafstörungen assoziiert, vermutlich über eine erhöhte freie Androgen- und Östrogenaktivität, die den zirkadianen Rhythmus und die Schlafarchitektur beeinflussen kann. Beobachtungsstudien zeigen, dass Männer mit niedrigem SHBG häufiger über Insomnie und fragmentierten Schlaf berichten, während Frauen in der Menopause mit sinkendem SHBG eine höhere Prävalenz von Schlafproblemen aufweisen. Allerdings ist die Evidenz überwiegend korrelativ; kausale RCTs fehlen. Auch Faktoren wie Adipositas, Insulinresistenz und Alter beeinflussen sowohl SHBG als auch Schlaf, was die Interpretation erschwert. Eine direkte genetische Assoziation (z. B. über SHBG-Polymorphismen) mit Schlafparametern ist nicht robust belegt. Für die Praxis bedeutet das: Ein gemessener SHBG-Wert kann ein Hinweis, aber kein alleiniger Prädiktor für Schlafqualität sein. Lebensstilinterventionen (Gewichtsreduktion, Bewegung) verbessern oft beide Parameter. Die Aussagekraft von Consumer-DNA-Tests zu SHBG und Schlaf ist derzeit gering.
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