Die Genetik der Ballaststoffverwertung ist ein noch junges Forschungsfeld. Zwar gibt es Hinweise, dass Varianten in Genen wie TAS2R38 (Bittergeschmack) die Vorliebe für ballaststoffreiches Gemüse beeinflussen können, doch die Evidenz ist überwiegend mechanistisch oder stammt aus kleinen Beobachtungsstudien. Auch Gene, die an der Fermentation von Ballaststoffen durch das Darmmikrobiom beteiligt sind (z. B. FUT2), werden untersucht, aber die Effekte sind gering und individuell sehr unterschiedlich. Der Großteil der Ballaststoffwirkung hängt von der Ernährung und der Zusammensetzung des Mikrobioms ab, nicht von einzelnen Genvarianten. Ein Gentest kann daher keine verlässliche Aussage darüber treffen, wie viel Ballaststoffe Sie benötigen oder wie Ihr Körper darauf reagiert. Die aktuellen Ernährungsempfehlungen (30 g/Tag für Erwachsene) gelten unabhängig vom Genotyp. Vorsicht vor Anbietern, die aus schwacher Evidenz personalisierte Ballaststoffempfehlungen ableiten – das ist derzeit nicht wissenschaftlich haltbar.
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