Cortisol, das wichtigste Stresshormon des Menschen, hat eine ambivalente Rolle in der Langlebigkeit. Akut und kurzzeitig ist Cortisol lebensnotwendig: Es mobilisiert Energie, unterdrückt Entzündungen und hilft bei der Bewältigung von Herausforderungen. Chronisch erhöhte Cortisolspiegel – etwa durch Dauerstress, Schlafmangel oder Entzündungen – beschleunigen jedoch nachweislich Alterungsprozesse. Sie fördern Muskelabbau, Insulinresistenz, Immunschwächung und sogar Telomerverkürzung. Die Evidenz stammt aus Humanstudien zu Stress und biologischer Alterung, ist aber überwiegend assoziativ. Ein direkter kausaler Effekt von Cortisol auf die Lebensspanne ist nicht belegt. MyBody-X-Tests zu Stressgenen (z. B. NR3C1, FKBP5) oder zum Cortisol-Tagesprofil im Speichel können individuelle Muster aufzeigen, aber keine Lebenserwartung vorhersagen. Die klinische Relevanz für gesunde Menschen ist gering. Ein optimaler Umgang mit Stress und ausreichend Erholung sind wahrscheinlich wichtiger als der absolute Cortisolspiegel. Fazit: Cortisol allein hilft nicht bei Langlebigkeit – es kommt auf das Gleichgewicht an.
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