Die Frage, was dem Körper bei Haarausfall fehlt, lässt sich nicht pauschal beantworten, da Haarausfall multifaktoriell ist. Häufig werden Nährstoffdefizite wie Eisenmangel (besonders bei Frauen mit starken Menstruationsblutungen), Zinkmangel, Vitamin-D-Mangel, Vitamin-B12-Mangel oder Biotinmangel diskutiert. Auch ein Mangel an essenziellen Fettsäuren oder Protein kann die Haarstruktur schwächen. Hormonelle Faktoren spielen eine große Rolle: Ein Überschuss an Dihydrotestosteron (DHT) bei genetisch veranlagtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) oder Schilddrüsenstörungen (Hypo- oder Hyperthyreose) können Auslöser sein. Chronischer Stress mit erhöhtem Cortisol kann den Haarzyklus stören (telogenes Effluvium). Wichtig: Einzelfall-Blut- oder Speicheltests (z. B. auf Cortisol, Testosteron, CRP) liefern nur Momentaufnahmen und sind ohne ärztliche Einordnung oft irreführend. Die Evidenz für viele Mikronährstoff-Supplemente bei Haarausfall ist schwach oder widersprüchlich. Vor einer Selbstbehandlung sollte immer ein Arzt die Ursachen abklären (Blutbild, Ferritin, TSH, Vitamin D, Zink). Evidenzgrad: mixed – einige Defizite sind gut belegt (Eisen, Vitamin D), aber die Gesamtaussage bleibt unspezifisch.
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