Die Frage, ob COMT bei Fruchtbarkeit sinnvoll ist, lässt sich aus der aktuellen Studienlage nicht klar bejahen. COMT (Catechol-O-Methyltransferase) ist ein Enzym, das unter anderem Östrogene abbaut – insbesondere die sogenannten Katecholöstrogene, die potenziell DNA-schädigend wirken können. Eine verminderte Enzymaktivität (z. B. durch den Val158Met-Polymorphismus) könnte theoretisch den Hormonhaushalt beeinflussen und mit Erkrankungen wie Endometriose, PCOS oder wiederholten Fehlgeburten in Verbindung stehen. Die Evidenz hierfür ist jedoch überwiegend mechanistisch und basiert auf Assoziationsstudien, nicht auf randomisierten kontrollierten Studien. Viele Direkt-zu-Konsumenten-Tests überschätzen die klinische Relevanz einzelner SNPs. Ein COMT-Test allein liefert keine ausreichende Grundlage für Fruchtbarkeitsentscheidungen. Sinnvoller sind umfassende hormonelle und klinische Abklärungen durch Fachärzte. Eine Supplementierung oder Therapie allein aufgrund des COMT-Status wird nicht empfohlen.
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