BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Neurotrophin, das vor allem für seine Rolle im Nervensystem bekannt ist. Es gibt jedoch Hinweise, dass BDNF auch an allergischen Entzündungsprozessen beteiligt ist. Studien zeigen, dass BDNF in Atemwegsepithelzellen und Immunzellen (z. B. Mastzellen, Eosinophile) produziert wird und die Freisetzung von Entzündungsmediatoren fördern kann. Bei Asthma, einer allergischen Atemwegserkrankung, sind erhöhte BDNF-Spiegel in Bronchialflüssigkeit und Serum mit Schweregrad und Hyperreagibilität assoziiert. Auch bei allergischer Rhinitis und atopischer Dermatitis wurden Zusammenhänge berichtet. Die Evidenz stammt jedoch überwiegend aus Zell- und Tiermodellen sowie kleinen Humanstudien; große klinische Studien oder randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) fehlen. Direkt-zu-Verbraucher-Gentests, die BDNF-Varianten (z. B. Val66Met) analysieren, können keine verlässliche Aussage über das persönliche Allergierisiko treffen, da der Effekt klein und durch Umweltfaktoren überlagert ist. BDNF ist kein etablierter Biomarker für Allergien. Bei Allergieverdacht ist eine ärztliche Diagnostik (z. B. Pricktest, spezifisches IgE) notwendig.
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