Glukose und Stress sind über die Hormonachsen eng miteinander verbunden. Bei akutem Stress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus, die die Leber zur Freisetzung von Glukose anregen – eine evolutionär sinnvolle Reaktion, um Energie für Kampf oder Flucht bereitzustellen. Chronischer Stress hingegen kann zu dauerhaft erhöhten Cortisolspiegeln führen, was die Insulinsensitivität verringert und langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes und metabolisches Syndrom steigert. Die individuelle genetische Veranlagung (z. B. Varianten in Genen wie TCF7L2 oder PPARG) kann diese Zusammenhänge modulieren, jedoch sind die Effekte meist klein und nicht ausreichend für eine personalisierte Vorhersage. Blutzuckermessungen und Stressmanagement bleiben die zentralen klinischen Werkzeuge. Die Evidenz für die Stress-Glukose-Verbindung ist insgesamt stark (human-strong), aber die Übertragbarkeit auf individuelle DNA-basierte Empfehlungen ist begrenzt.
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