BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) wird häufig im Kontext von Longevity diskutiert, da es eine Schlüsselrolle bei Neuroplastizität, kognitiver Gesundheit und Stressresilienz spielt. Tierexperimentelle Studien zeigen, dass erhöhte BDNF-Spiegel mit verbesserter mitochondrialer Funktion und verlängerter Lebensspanne einhergehen können. Beim Menschen ist die Evidenz jedoch überwiegend assoziativ: Höhere BDNF-Werte korrelieren mit besserer kognitiver Leistung im Alter und geringerem Demenzrisiko. Allerdings fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die einen kausalen Effekt auf die Lebensspanne belegen. Zudem wird BDNF durch Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Kalorienrestriktion und Omega-3-Fettsäuren moduliert – was die Interpretation erschwert. Direkte BDNF-Messungen im Blut sind zudem nicht standardisiert und unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. Consumer-DNA-Tests, die BDNF-Genvarianten (z. B. rs6265) analysieren, liefern nur schwache Effekte und sind für individuelle Longevity-Empfehlungen nicht ausreichend validiert. Fazit: BDNF ist ein vielversprechender Biomarker, aber kein etablierter Surrogatmarker für menschliche Langlebigkeit. Evidenzgrad: gemischt (mechanistisch + Beobachtungsstudien).
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