Die Frage, ob Glukose der Darmgesundheit helfen kann, ist differenziert zu betrachten. Glukose ist ein essenzieller Energielieferant für die Darmschleimhautzellen (Enterozyten), die ihren Brennstoff hauptsächlich aus kurzkettigen Fettsäuren (z. B. Butyrat) beziehen, nicht direkt aus Glukose. Ein Übermaß an freiem Zucker, insbesondere in Form von zugesetzter Glukose oder Fruktose, kann hingegen die Darmbarriere schwächen („Leaky Gut“) und das Wachstum pathogener Bakterien fördern. Es gibt keine robuste Evidenz aus Humanstudien, die eine positive Wirkung von Glukose auf die Darmgesundheit belegt. Im Gegenteil: Hohe Blutzuckerspiegel werden mit einer veränderten Mikrobiota und erhöhter Permeabilität assoziiert. Die Behauptung, Glukose könne die Darmgesundheit verbessern, ist daher irreführend und eher marketinggetrieben. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit resistenter Stärke und Präbiotika ist nach aktuellem Kenntnisstand deutlich förderlicher. Caveat: Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Glucose-Galactose-Malabsorption) ist Glukose sogar schädlich. Evidenzlage: mechanistisch, keine klinischen Empfehlungen.
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