Die Frage, ob ein Fertility Check beim Abnehmen sinnvoll ist, hängt stark von der Art des Checks ab. Klinische Fruchtbarkeitstests (z. B. AMH, FSH, LH, Östradiol, Progesteron, Testosteron, Schilddrüsenwerte) können durchaus relevant sein, da Gewichtsveränderungen – insbesondere schnelle oder extreme Diäten – den Hormonhaushalt beeinflussen und die Fruchtbarkeit temporär oder dauerhaft stören können. Ein Fertility Check kann helfen, solche Effekte zu erkennen und gegenzusteuern. Allerdings ist die Evidenz für direkte-to-consumer (DTC) DNA-basierte Fruchtbarkeitstests, die angebliche genetische Risiken für Unfruchtbarkeit vorhersagen, schwach. Die meisten polygenen Scores für Fruchtbarkeitsmerkmale haben geringe prädiktive Kraft und sind nicht klinisch validiert. Zudem sind sie oft populationsabhängig. Der Nutzen eines Fertility Checks beim Abnehmen ist daher differenziert zu sehen: Klinische Bluttests können sinnvoll sein, während DNA-basierte Checks eher als ergänzend und nicht als handlungsleitend betrachtet werden sollten. Caveat: Bei bestehendem Kinderwunsch oder bekannten Fruchtbarkeitsproblemen ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.
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