Selen ist ein essentielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z.B. Glutathionperoxidasen) eine Rolle im antioxidativen Schutz und der Schilddrüsenfunktion spielt. Für die Langlebigkeit ist ein optimaler Selenstatus wichtig, da sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss (Selenose) schädlich sein können. Beobachtungsstudien deuten auf einen U-förmigen Zusammenhang hin: Zu wenig Selen erhöht oxidativen Stress, zu viel kann toxisch wirken. Die Evidenz aus randomisierten Studien ist jedoch begrenzt. Genetische Varianten in Selenoprotein-Genen (z.B. GPX1, SEPP1) können den individuellen Selenbedarf beeinflussen, aber die klinische Relevanz von Direct-to-Consumer-DNA-Tests ist unklar. Eine Supplementierung ohne vorherige Bestimmung des Selenstatus wird nicht empfohlen, da die therapeutische Breite schmal ist. Für die Langlebigkeit sind eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und Stressmanagement nachweislich wichtiger als einzelne Mikronährstoffe. Zusammenfassend: Selen ist relevant, aber kein Wundermittel; eine individuelle Optimierung sollte auf Blutwerten basieren, nicht auf Gentests.
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