BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das vor allem im Gehirn die Neuroplastizität und das Überleben von Nervenzellen fördert. Ein niedriger BDNF-Spiegel wird mit verschiedenen Formen von Müdigkeit in Verbindung gebracht – sowohl körperlicher als auch geistiger Erschöpfung. Studien zeigen, dass Menschen mit chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) oder Depression oft erniedrigte BDNF-Werte aufweisen. Auch nach intensiver körperlicher Belastung sinkt BDNF vorübergehend, was zur Regenerationsmüdigkeit beitragen kann. Allerdings ist die Evidenzlage überwiegend mechanistisch und beobachtend; es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass eine Erhöhung von BDNF durch Supplemente oder Lebensstiländerungen Müdigkeit direkt lindert. Bewegung, insbesondere Ausdauertraining, kann BDNF steigern, aber der Effekt auf Fatigue ist individuell und kontextabhängig. Direkt-to-Consumer-Tests, die BDNF-Genvarianten analysieren, haben oft eine schwache klinische Validierung. Die Messung von BDNF im Blut ist zudem methodisch anspruchsvoll und nicht standardisiert. Daher sollte man vorsichtig sein, aus solchen Tests weitreichende Schlüsse zu ziehen. Bei anhaltender Müdigkeit ist eine ärztliche Abklärung wichtiger als ein Gentest.
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