Die APOE-Genetik ist eine der am besten untersuchten Gen-Umwelt-Interaktionen. Die ε4-Variante ist der stärkste bekannte genetische Risikofaktor für die späte Alzheimer-Krankheit (OR 3–15 für Homozygote). Allerdings erkranken nicht alle Träger; Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und kognitive Stimulation modulieren das Risiko. Für die Herz-Kreislauf-Gesundheit erhöht ε4 das LDL-Cholesterin und das Risiko für Arteriosklerose. Die ε2-Variante wirkt dagegen protektiv. Direkt-zu-Verbraucher-Tests bieten oft personalisierte Ernährungsempfehlungen basierend auf APOE, doch die Evidenz für spezifische Diäten (z. B. fettarm vs. mediterran) ist gemischt und basiert meist auf Beobachtungsstudien. Randomisierte kontrollierte Studien fehlen weitgehend. Daher ist APOE-Testing für die Risikostratifizierung nützlich, aber nicht für präzise Ernährungsvorschriften. Die klinische Validität ist hoch, die klinische Nützlichkeit für asymptomatische Personen bleibt umstritten. Vorsicht vor übertriebenen Versprechungen in der Direktvermarktung.
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