Cortisolmangel (Nebenniereninsuffizienz) bedeutet, dass die Nebennieren zu wenig Cortisol produzieren. Ursachen sind primär (Nebennierenschaden, z. B. Morbus Addison, Autoimmunerkrankung), sekundär (Hypophysenstörung, z. B. Hypophyseninsuffizienz) oder tertiär (CRH-Mangel durch langfristige Glukokortikoideinnahme). Symptome sind Müdigkeit, Gewichtsverlust, niedriger Blutdruck, Hyperpigmentierung (nur bei primärer Form), Bauchschmerzen, Salzverlangen. Unbehandelt kann eine Addison-Krise (lebensbedrohlich) auftreten. Diagnose erfolgt über ACTH-Stimulationstest, Cortisol-Tagesprofil und ggf. Bildgebung. Therapie ist die lebenslange Substitution mit Hydrocortison und ggf. Fludrocortison. Wichtig: Bei Stress, Infektionen oder Operationen muss die Dosis erhöht werden (Stressregel). Patienten sollten einen Notfallausweis tragen. Die Evidenz basiert auf klinischen Leitlinien (z. B. Endocrine Society) und langjähriger klinischer Praxis. Caveat: Selbsttests (Speichel, Blut) sind nicht ausreichend für die Diagnose; ärztliche Abklärung ist zwingend.
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