AMH (Anti-Müller-Hormon) ist ein wichtiger Biomarker für die ovarielle Reserve, also die Anzahl verbleibender Eizellen in den Eierstöcken. Im Laufe des Lebens sinkt der AMH-Spiegel kontinuierlich und wird in den Wechseljahren (Menopause) sehr niedrig oder nicht mehr nachweisbar. Ein niedriger AMH-Wert kann daher auf eine bevorstehende oder bereits eingetretene Menopause hindeuten, insbesondere bei Frauen über 40 Jahren. Allerdings ist AMH kein alleiniger Diagnoseparameter: Der Zeitpunkt der Menopause wird durch viele Faktoren beeinflusst (Genetik, Lebensstil, Erkrankungen). AMH-Tests werden oft in der Fruchtbarkeitsmedizin eingesetzt, um die Reaktion auf eine Stimulationstherapie abzuschätzen. Für die Vorhersage des Menopausenzeitpunkts im Einzelfall ist die Aussagekraft begrenzt, da die individuelle Variabilität hoch ist. Die Evidenz basiert auf zahlreichen Humanstudien, jedoch ist die prädiktive Genauigkeit für den genauen Menopausenbeginn moderat. Ein AMH-Test allein reicht nicht für eine sichere Aussage; er sollte immer im Kontext von Alter, Zyklusstatus und weiteren Hormonwerten (FSH, Östradiol) interpretiert werden. Vorsicht vor übermäßiger Interpretation durch Direktvermarktung von Tests – die klinische Validität ist für die Menopause-Vorhersage nicht so stark wie für die Fruchtbarkeitsbeurteilung.
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