Ein Fertility Check (z. B. AMH, FSH, Östradiol) ist primär ein Instrument der Reproduktionsmedizin und nicht als direkter Longevity-Biomarker validiert. Zwar gibt es epidemiologische Hinweise, dass eine späte Menopause mit einer höheren Lebenserwartung assoziiert ist, doch die individuelle Vorhersagekraft einzelner Fruchtbarkeitsmarker für die Lebensspanne ist schwach. Die meisten kommerziellen Fertility-Tests (auch von MyBody-X) analysieren Hormonwerte oder Genvarianten, die für die Fruchtbarkeit relevant sind, aber nicht für die Alterungsrate. Zudem unterliegen Hormonspiegel starken zyklischen und altersbedingten Schwankungen. Ein Gentest auf z. B. FTO oder TCF7L2 sagt nichts über die aktuelle Fruchtbarkeit oder Langlebigkeit aus. Für eine seriöse Longevity-Bewertung sind etablierte Biomarker wie HbA1c, Entzündungswerte oder Telomerlängenmessungen besser geeignet. Fazit: Ein Fertility Check ist für die Langlebigkeitsberatung nicht sinnvoll, da er keine direkten, evidenzbasierten Aussagen über den Alterungsprozess erlaubt. Die Evidenz ist unklar und basiert auf indirekten Assoziationen.
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