Selen ist ein essentielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z. B. Glutathionperoxidase, Thioredoxinreduktase) eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutz und im Redox-Gleichgewicht spielt. Bei chronischem Stress – sei er psychisch, physisch oder oxidativ – kann der Bedarf an Selen theoretisch steigen, da vermehrt reaktive Sauerstoffspezies abgefangen werden müssen. Allerdings ist die Studienlage zur gezielten Selensupplementation bei Stress heterogen: Einige Arbeiten zeigen eine leichte Verbesserung von Stimmung und Immunfunktion bei Personen mit niedrigem Selenstatus, während andere keinen Effekt oder sogar Risiken (z. B. Typ-2-Diabetes bei hohen Dosen) berichten. Wichtig: Selen wirkt hormetisch – moderate Mengen (ca. 55–70 µg/Tag für Erwachsene) sind notwendig, aber Dosen über 200 µg/Tag können toxisch sein (Selenose). Ein Bluttest (Vollblut oder Plasma) kann den Status klären, bevor man supplementiert. Die MyBody-X-Tests decken Selen-assoziierte Gene nicht ab; die Evidenz für personalisierte Selenempfehlungen ist schwach. Bei Stressmanagement sollte man primär auf eine ausgewogene Ernährung (Paranüsse, Fisch, Eier) setzen und Supplemente nur nach ärztlicher Rücksprache einsetzen.
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