MC4R (Melanocortin-4-Rezeptor) ist ein zentraler Regulator des Energiehaushalts, Appetits und Körpergewichts. Mutationen in MC4R sind mit frühkindlicher Adipositas und Hyperphagie assoziiert. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen MC4R-Varianten und Müdigkeit ist jedoch nicht durch starke Humanstudien belegt. Müdigkeit könnte indirekt über Adipositas, Schlafapnoe oder metabolische Dysregulation auftreten, die mit MC4R-Defekten einhergehen können. Die Evidenz hierfür ist überwiegend mechanistisch und basiert auf Tiermodellen oder kleinen Beobachtungsstudien. Consumer-DNA-Tests, die MC4R-Varianten auflisten, überschätzen oft die klinische Relevanz. Eine isolierte MC4R-Variante erklärt keine chronische Müdigkeit. Bei anhaltender Erschöpfung sollten andere Ursachen (Eisenmangel, Schilddrüse, Schlafstörungen) ärztlich abgeklärt werden. Die Genetik liefert hier nur einen schwachen Hinweis, keine Diagnose.
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