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Evidenz-Check: FADS1 im Kontext von Stress

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Evidenz-Check: FADS1 im Kontext von Stress

FADS1 kodiert für die Delta-5-Desaturase, ein Schlüsselenzym im Stoffwechsel mehrfach ungesättigter Fettsäuren (PUFA). Varianten in FADS1 (z. B. rs174547) beeinflussen die Umwandlung von Alpha-Linolensäure (ALA) in EPA/DHA sowie von Linolsäure in Arachidonsäure. Chronischer Stress aktiviert entzündungsfördernde Signalwege, die durch die Verfügbarkeit von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren moduliert werden. Träger von Risikovarianten mit geringerer Enzymaktivität könnten unter Stress eine ungünstigere Fettsäurebilanz aufweisen – weniger entzündungshemmende EPA/DHA, mehr entzündungsfördernde Arachidonsäure. Die Evidenz hierzu ist jedoch überwiegend mechanistisch und stammt aus Zell- und Tierstudien sowie kleinen GWAS. Replikation in großen Humanstudien fehlt oft. Zudem sind die Effektstärken gering und werden durch Ernährung, Lebensstil und Stressbewältigung deutlich überlagert. Ein direkter DNA-Test auf FADS1 ist daher im Alltag nicht klinisch handlungsleitend. Sinnvoller ist eine entzündungshemmende Ernährung mit ausreichend Omega-3 (z. B. Fisch, Leinsamen) und Stressmanagement. Die Testresultate sollten als Hinweis, nicht als Diagnose verstanden werden.

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