Die Vermarktung von Blutzuckermessungen (z. B. mit kontinuierlichen Glukosemonitoren, CGM) zur Gewichtsreduktion hat in den letzten Jahren zugenommen. Die wissenschaftliche Evidenz dafür ist jedoch schwach bis widersprüchlich. Zwar zeigen Studien, dass starke postprandiale Glukoseausschläge mit vermehrtem Hungergefühl und Heißhunger assoziiert sein können, ein kausaler Zusammenhang mit langfristigem Gewichtsverlust ist aber nicht belegt. Bei stoffwechselgesunden Menschen ohne Diabetes führt eine alleinige Glukoseoptimierung (z. B. durch Vermeidung von Spitzen) nicht zwangsläufig zu einer relevanten Kalorienreduktion oder Fettabnahme. Die meisten kommerziellen Angebote stützen sich auf mechanistische Überlegungen oder kleine Pilotstudien, nicht auf robuste klinische Endpunkte. Ein evidenzbasierter Ansatz zur Gewichtsabnahme bleibt das Kaloriendefizit, kombiniert mit ausreichend Protein, Ballaststoffen und Bewegung. Ein CGM kann bei Prädiabetes oder metabolischem Syndrom nützlich sein, um das Bewusstsein für Kohlenhydrate zu schärfen, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Vorsicht vor übertriebenen Versprechen: Die individuelle Glukosevariabilität ist hoch und nicht jeder ‚Spike‘ ist schädlich. Evidenz: marketing/unclear.
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