Mythen vs. Fakten: Zöliakie-Test und Darmgesundheit. Ein häufiger Mythos ist, dass ein Gentest (z. B. auf HLA-DQ2/DQ8) eine Zöliakie diagnostizieren kann. Fakt ist: Der Test zeigt nur eine genetische Veranlagung – etwa 30 % der Bevölkerung tragen die Risikovarianten, aber nur 1 % erkrankt tatsächlich. Eine gesicherte Diagnose erfordert eine Dünndarmbiopsie und serologische Marker (tTG-IgA). Ein weiterer Mythos: Zöliakie betreffe nur den Darm. Tatsächlich ist es eine systemische Autoimmunerkrankung, die Haut, Nerven und Knochen betreffen kann. Auch der Glaube, eine glutenfreie Ernährung sei ein „Trend“ oder für alle gesünder, ist irreführend. Für Zöliakie-Patienten ist sie lebensnotwendig, für andere ohne medizinische Indikation kann sie zu Nährstoffmängeln führen. Die Darmgesundheit nach Zöliakie-Diagnose verbessert sich meist unter strikter glutenfreier Diät, aber die Heilung der Darmschleimhaut kann Monate dauern. Ein DNA-Test aus dem Direktvertrieb (z. B. MyBody-X) kann Risikovarianten identifizieren, aber keine Diagnose stellen. Die Evidenz für solche Tests ist marketinggetrieben; die klinische Validität ist begrenzt. Wer Symptome hat, sollte einen Gastroenterologen aufsuchen, nicht nur einen Heimtest. Caveat: Ein negativer Gentest schließt Zöliakie nahezu aus, ein positiver beweist sie nicht.
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