AMH (Anti-Müller-Hormon) wird in den Eierstöcken von den wachsenden Follikeln produziert und gilt als zuverlässiger Biomarker für die ovarielle Reserve – also die Anzahl der verbleibenden Eizellen. Mit zunehmendem Alter sinkt der AMH-Spiegel kontinuierlich, bis er in den Wechseljahren (Menopause) meist nicht mehr nachweisbar ist. Studien zeigen, dass AMH den Zeitpunkt der Menopause Jahre im Voraus abschätzen kann, allerdings mit individueller Streuung. Klinisch wird AMH vor allem in der Reproduktionsmedizin genutzt, um die Fruchtbarkeit zu beurteilen oder den Effekt einer Krebstherapie auf die Eierstöcke zu überwachen. Die Menopause selbst wird definiert als zwölf Monate ohne Menstruation; ein AMH-Wert unter 0,1 ng/ml deutet auf eine sehr geringe oder keine ovarielle Reserve hin. Wichtig zu wissen: AMH-Tests sind nicht standardisiert, die Ergebnisse variieren je nach Labor und Testmethode. Zudem können hormonelle Verhütungsmittel den AMH-Spiegel senken, ohne dass die tatsächliche Reserve beeinträchtigt ist. Ein einzelner AMH-Wert allein reicht nicht aus, um den Menopausenzeitpunkt sicher vorherzusagen – er sollte immer im Kontext von Alter, Zyklusstatus und klinischen Symptomen interpretiert werden.
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