CYP2D6 ist kein primäres Fruchtbarkeitsgen. Es kodiert für ein Enzym, das viele Medikamente und auch körpereigene Hormone wie Östrogen und Testosteron verstoffwechselt. Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte CYP2D6-Varianten den Hormonspiegel beeinflussen können, was theoretisch die Fruchtbarkeit modulieren könnte – etwa bei der Metabolisierung von Tamoxifen oder Antidepressiva. Allerdings ist die Evidenz für einen direkten, klinisch relevanten Effekt auf die natürliche Fruchtbarkeit schwach und widersprüchlich. Die meisten Daten stammen aus pharmakogenetischen Kontexten, nicht aus populationsbasierten Fruchtbarkeitsstudien. Ein direkter-to-consumer-DNA-Test auf CYP2D6 kann daher keine Aussage über die Fruchtbarkeit treffen. Wer echte Fruchtbarkeitsprobleme hat, sollte eine ärztliche Abklärung mit Hormonstatus, Spermiogramm und ggf. genetischer Beratung suchen. Die Evidenz für CYP2D6 in diesem Kontext ist als moderat einzustufen, basierend auf mechanistischen und pharmakogenetischen Daten, aber nicht ausreichend für klinische Entscheidungen.
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