Die Anwendung von Testosteron bei Senioren ist umstritten und mit erheblichen Risiken verbunden. Während ein nachgewiesener Mangel (z. B. bei Hypogonadismus) eine Therapie rechtfertigen kann, fehlen für einen generellen altersbedingten Abfall klare Nutzenbelege. Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall), Polyglobulie, Schlafapnoe-Verschlechterung und Prostataprobleme (Wachstum von Prostatakarzinom, BPH). Die Evidenz für positive Effekte auf Libido, Muskelkraft oder Stimmung ist moderat, aber nicht konsistent. Zudem sind viele Tests (z. B. Speicheltests) unzuverlässig. Eine Therapie sollte nur nach ärztlicher Diagnose mit Blutwerten und unter regelmäßiger Kontrolle erfolgen. Ohne klare Indikation überwiegen die Risiken den Nutzen. Die Aussagekraft von Heimtests ist begrenzt; sie können keine medizinische Beratung ersetzen.
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