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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Blutzucker

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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von Blutzucker

Cortisol, das wichtigste Glukokortikoid des Menschen, hat einen gut belegten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Es fördert die Gluconeogenese in der Leber, hemmt die Insulinausschüttung und reduziert die Insulinempfindlichkeit im peripheren Gewebe. Diese Mechanismen sind durch zahlreiche Humanstudien und physiologische Grundlagenforschung abgesichert (Evidenzgrad: human-strong). Allerdings ist die Aussagekraft von einmaligen Cortisol-Messungen (z. B. im Speichel oder Blut) für die individuelle Blutzuckerregulation begrenzt, da Cortisol einer starken zirkadianen Rhythmik und akuten Stressreaktionen unterliegt. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel (z. B. bei chronischem Stress oder Cushing-Syndrom) kann jedoch nachweislich zu Insulinresistenz und erhöhten Nüchternblutzuckerwerten beitragen. Für eine aussagekräftige Beurteilung des Zusammenspiels von Cortisol und Blutzucker sind daher wiederholte Messungen, idealerweise im Tagesverlauf, sowie die Erfassung von Lebensstilfaktoren (Schlaf, Ernährung, Stress) notwendig. Consumer-Tests, die nur einen einzelnen Cortisolwert liefern, sind für diese Fragestellung unzureichend und sollten nicht als Grundlage für Therapieentscheidungen dienen.

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