Die Frage, ob Ferritin bei Fatigue hilft, ist differenziert zu betrachten. Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen; ein niedriger Ferritinwert weist auf Eisenmangel hin, der eine häufige Ursache von Müdigkeit ist. In diesem Fall kann die Behandlung des Eisenmangels (z. B. durch Eisensupplementierung) die Fatigue lindern. Allerdings ist Ferritin selbst kein Therapeutikum – die Gabe von Ferritinpräparaten ist nicht üblich und nicht als Behandlung von Fatigue belegt. Ein erhöhter Ferritinwert kann dagegen auf Entzündungen, Infektionen oder Hämochromatose hindeuten, die ebenfalls mit Erschöpfung einhergehen können. Die Evidenz für den Zusammenhang zwischen niedrigem Ferritin und Fatigue ist stark (zahlreiche klinische Studien), aber die alleinige Messung ohne ärztliche Abklärung reicht nicht aus. Die MyBody-X-Tests bieten Ferritin als Biomarker an, jedoch ohne diagnostische Validierung für Fatigue. Caveat: Ferritinwerte sollten immer im Kontext anderer Eisenparameter (Transferrinsättigung, Hämoglobin) und ärztlicher Beurteilung interpretiert werden. Eine Selbstbehandlung mit Eisen ohne Bestätigung eines Mangels kann schädlich sein (Eisenüberladung).
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