Die Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist ein multifaktorielles Phänomen. Hauptursache ist der sinkende Östrogenspiegel, der die Insulinempfindlichkeit verringert und die Fettverteilung hin zu viszeralem Bauchfett verschiebt. Hinzu kommen ein natürlicher altersbedingter Rückgang des Grundumsatzes (ca. 1–2 % pro Dekade) sowie oft veränderte Lebensgewohnheiten (weniger Bewegung, Stress, Schlafmangel). Genetische Faktoren wie FTO-Varianten können die Appetitregulation beeinflussen, aber ihr Effekt ist klein (0,5–1 kg/m²) und wird durch Lebensstil überlagert. Die Evidenz für einen direkten kausalen Gendefekt in den Wechseljahren ist schwach; vielmehr interagieren Hormone, Alter und Umwelt. Ein Gentest wie MyBody-X kann Risikovarianten identifizieren, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Wichtig: Keine randomisierte Studie belegt, dass eine DNA-basierte Diät in den Wechseljahren besser wirkt als eine allgemein gesunde Ernährung mit Kaloriendefizit, ausreichend Protein und Bewegung. Die Evidenzlage ist daher als ‚human-moderate‘ einzustufen – die hormonelle Grundlage ist gut belegt, die individuelle genetische Vorhersagekraft bleibt begrenzt.
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