Selen ist ein essenzielles Spurenelement mit antioxidativer Wirkung, das die Funktion von Immunzellen beeinflusst. Einige Beobachtungsstudien deuten auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Selenstatus und erhöhtem Allergierisiko hin, insbesondere bei Asthma oder Heuschnupfen. Allerdings fehlen randomisierte kontrollierte Studien, die einen klaren Nutzen einer Selensupplementierung bei Allergien belegen. Die Evidenz ist widersprüchlich: Während Selen in vitro entzündungshemmend wirkt, zeigen Interventionsstudien oft keine klinische Verbesserung. Zudem kann eine Überdosierung toxisch sein (Selenose). Bei nachgewiesenem Mangel (z. B. durch Bluttest) kann eine Supplementierung sinnvoll sein, aber eine generelle Empfehlung zur Allergieprävention oder -behandlung ist nicht evidenzbasiert. Die individuelle Genetik (z. B. SELENOP-Varianten) könnte die Selenverwertung beeinflussen, doch dies ist kein Standardtest. Fazit: Selen ist kein bewährtes Allergiemittel; eine ausgewogene Ernährung mit selenreichen Lebensmitteln (Paranüsse, Fisch) ist ausreichend, solange kein Mangel vorliegt.
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