Genetische Tests auf Haarausfall (z. B. Androgenetische Alopezie) können Risikovarianten im AR-Gen oder anderen Loci identifizieren. Die Aussagekraft ist jedoch begrenzt: Die Behandlung (Minoxidil, Finasterid) richtet sich nach dem klinischen Bild, nicht nach der Genetik. Zudem sind andere Ursachen wie Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen oder Stress weitaus häufiger. Ein Gentest ist daher nur sinnvoll, wenn eine seltene erbliche Form (z. B. Hypotrichosis) vermutet wird oder zur Bestätigung bei familiärer Häufung – aber selbst dann ändert sich die Therapie kaum. Die Evidenz basiert auf GWAS-Assoziationen, nicht auf klinischen Studien. Vorsicht vor Direct-to-Consumer-Tests, die oft übertriebene Versprechen machen. Sinnvoller ist eine ärztliche Abklärung mit Blutbild und Hormonstatus.
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