Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen (z. B. Glutathionperoxidasen, Thioredoxinreduktasen) an antioxidativen Prozessen und der Schilddrüsenhormonregulation beteiligt ist. Ein schwerer Selenmangel kann zu Müdigkeit, Muskelschwäche und kognitiven Beeinträchtigungen führen – insbesondere in Regionen mit selenarmen Böden (z. B. Teile Europas). Allerdings ist die Evidenz für eine Anti-Müdigkeitswirkung einer Supplementierung bei Personen ohne nachgewiesenen Mangel schwach. Randomisierte kontrollierte Studien zeigen meist keinen signifikanten Effekt auf Fatigue bei ausreichend versorgten Erwachsenen. Zudem ist die therapeutische Breite von Selen eng: Eine Überdosierung (Selenose) verursacht Haarausfall, Nagelveränderungen und Übelkeit. Ein Mythos ist, dass Selenpräparate generell gegen Müdigkeit helfen – tatsächlich profitieren nur Menschen mit laborbestätigtem Mangel. Wer sich ausgewogen ernährt (Nüsse, Fisch, Eier), deckt in der Regel den Bedarf. Ein Bluttest (Serum-Selen oder Selenoprotein P) kann Klarheit schaffen, bevor man zu Nahrungsergänzungsmitteln greift.
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